Ecovest AG
Antec Solar Energy International AG
Ecovest Gmbh & Co Solar Fonds 18 Genussrechte KG


Dubiose Geschäfte auf dem Markt der „Grünen Kapitalanlagen"?


„Wer Geld profitabel anlegen und ein gutes Gewissen behalten will, ist mit sogenannten "Grünen" Geldanlagen - Beteiligungen an Firmen, die ethisch-ökologisch verantwortlich produzieren - gut bedient. Mit dem Öko-Boom gibt´s hier inzwischen satte Renditen."

So oder anders umworben, investieren immer mehr Anleger in Fonds oder Zertifikate, die das Etikett „nachhaltig" oder „öko" tragen.

Die Umwelt-Euphorie sollte jedoch Anleger nicht dazu verleiten, die Grundregeln der Vermögensanlage und ihre Vorsicht zu vergessen.

Der Markt der grünen Geldanlagen bietet mittlerweile die gleiche Produktpalette wie der konventionelle Anlagemarkt. Das Angebot reicht von sicheren Anlageformen wie Sparverträgen und Tagesgeldkonten über spekulative Investmentfonds und Aktienanlagen bis hin zu Firmenbeteiligungen mit vollem Unternehmerrisiko.

Vor allem im Bereich der Unternehmensbeteiligungen, mit denen häufig Geld zur Finanzierung von Windkraftanlagen oder Solarparks eingesammelt wird, sollte man sich den Anbieter und das Produkt genau anschauen. Nur wenn der Initiator Markterfahrung und erfolgreiche Vergleichsprojekte vorweisen kann, sollte man an einen Einstieg denken. Immerhin gibt es in diesem Bereich weder eine staatliche Aufsicht noch eine Einlagensicherung. Eine gesunde Skepsis ist angebracht, da ein mehr und mehr boomender Markt Glücksritter magisch anzieht.

Da geben sich gescheiterte Manager aus der Windbranche neue Namen, um in der Solarindustrie neu zu starten. Ein Beispiel ist die Antec Solar Energy AG, (seit 2007 umbenannt in „Ecovest AG"). Die Frankfurter Gesellschaft produzierte teilweise selbst Solarmodule oder beteiligte sich an Unternehmen, die solche herstellten wie der Antec Solar Energy International AG in Arnstadt (Thüringen). Auch wurden Fonds in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft aufgelegt, deren einziger Zweck darin bestand, der Antec bzw. Ecovest AG Darlehen - sogenanntes „Genussrechtskapital" - zu gewähren. Vermittelt wurden die Beteiligungen durch die Ecovest Service GmbH.

Die Ecovest AG, die angeblich seit 2006 an die Börse wollte, ist in den letzten Jahren durch die nicht rechtzeitige Vorlage ihrer Geschäftsberichte, eine sehr zurückhaltende Informationspolitik und fehlende Transparenz aufgefallen.

Ihren Namen haben sich die Köpfe des Unternehmens in der Windbranche gemacht. Antec-Aufsichtsrat Rainer Bökmann war Geschäftsführer eines inzwischen insolventen Windpropeller-Herstellers. Udo Bockemühl stand einem maroden Windparkprojektierer vor, der später in der Antec aufging. Bekannt wurden die beiden Herren 2002 durch die spektakuläre Pleite eines Windpark-Fonds, an dem Bökmann und Bockemühl mitgewirkt hatten. Geschädigte Anleger machten für die Insolvenz das Missmanagement der beiden verantwortlich.

Nachdem Anfang Januar 2008 sowohl die Ecovest AG mit Sitz in Frankfurt, wie auch die Antec Solar Energy International AG in Arnstadt Insolvenz beantragt haben, droht jetzt wieder Anlegern der Verlust ihres Kapitals.

Insbesondere Anleger, die an den „das Genussrechtskapital" ausreichenden Kommanditgesellschaften beteiligt sind, stellen sich die Frage, ob sie ihre Kommanditeinlage endgültig abschreiben können.

Anleger der Ecovest GmbH & Co Solar Fonds 18 Genussrechte KG haben noch nie einen Geschäftsbericht gesehen, in den letzten Jahren keine Ausschüttungen erhalten und erreichen seit Ende letzten Jahres unter der angegebenen Telefonnummer der Gesellschaft niemanden mehr.

Es gibt insgesamt fünf ähnlich gestaltete Fonds.

Als Treuhandkommanditisten an einem der Ecovest GmbH & Co Solar Fonds Genussrechte Kommanditgesellschaften beteiligte Anleger sollten sich Gedanken machen, wie sie ihr Geld zurückerhalten können.

Wir prüfen Schadensersatzansprüche der Anleger gegen alle Beteiligten, auch gegen die Vermittler solcher Anlagen.

Mainz, im Februar 2008