Insolvenzverfahren gegen Securenta AG eingeleitet

Göttinger Gruppe vor dem Ende?

 

Freitag, 8. Juni 2007 Das Amtsgericht Göttingen hat ein Insolvenzverfahren gegen die Securenta AG, eine der Hauptgesellschaften des Finanzkonzerns Göttinger Gruppe, eingeleitet.

 

Ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, ist noch offen.

 

Die Securenta AG kann das Verfahren zwar noch abwenden, indem sie Zahlung leistet.  Zu rechnen ist damit jedoch nicht. Eine Vielzahl von Anleger, die Vollstreckungstitel erwirkt haben, versuchen bereits seit Monaten erfolglos ihre Forderungen zu realisieren. In den letzten Wochen sind über 200 Vollstreckungshaftbefehle gegen die Vorstände zur Erzwingung der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung erlassen worden, d.h. hier rollt eine  Lawine, die mit der Auszahlung eines Anlegers nicht zu stoppen ist.

 

 

Was jetzt tun?

 

Im Falle der Eröffnung des Insolvenzverfahrens droht Ihnen der Totalverlust des eingezahlten Geldes und im schlimmsten Fall eine Nachschusspflicht. Falls Sie bisher im guten Glauben auf Ihren Vertrag mit der Göttinger Gruppe noch gezahlt haben, sollten Sie spätestens jetzt anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Jedenfalls sollten Sie jetzt keine Zahlungen mehr auf Konten der Göttinger Gruppe leisten und anwaltlich überprüfen lassen, ob Ihnen ein Schadensersatzanspruch gegen die Gesellschaft, gegenüber den verantwortlichen Vorständen oder auch den Vertriebsorganisationen zusteht.

Wir haben den Finanzkonzern der Göttinger Gruppe seit geraumer Zeit im Visier und sehen durchaus Chancen der Anleger, mit einem blauen Auge davon zu kommen.

Schadensersatzforderungen könnten recht kostengünstig im Insolvenzverfahren angemeldet werden.
 
 
Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs des Kapitalanlagebetruges

 

Anfang Juni ist  zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und des Anlagenbetruges gegen Verantwortliche des Finanzkonzerns eingeleitet hat. Seit 2004 laufen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

 

In Fachkreisen wird von einem der größten Finanzskandale der Nachkriegszeit gesprochen.

 

Die Göttinger Gruppe-Gesellschaften haben seit Ende der 80-iger Jahre so genannte atypische stille Beteiligungen - u.a. als „Secu-Rente" -  als „sichere" Altersvorsorge angeboten. Das Unternehmen soll über 100 000 Anleger geworben und etwa eine Milliarde Euro eingesammelt haben. Den Anlegern brachte ihr Engagement häufig nur Verluste. Seit Jahren wird vermutet, dass hauptsächlich neu geworbene Anleger die vermeintlichen  Renditen der Altanleger zahlten, d.h. dass es sich um ein Schneeballsystem handelte. Schadensersatzforderungen von Anlegern, die sich falsch und unzureichend beraten sahen, konnten in den letzten Jahren zunehmend mit Erfolg vor den Gerichten durchgesetzt werden.