Informationen für DG-Fonds Anleger
In den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhundert haben sich eine Vielzahl von Anleger an DG Immobilien-Anlage Fonds beteiligt. Die Konzeption der Fonds lag in der Hand der DG-Anlage GmbH mit Sitz in Frankfurt/Main, die zugleich neben der DZ Bank - vormals DG Bank - Gründungsgesellschafterin der Fondsgesellschaften war. Die Fondsbeteiligungen wurden überwiegend über die zum genossenschaftlichen Finanzverbund gehörenden Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben.
Die Informationen, die die Anleger aus den Fondsprospekten und von ihrem Kundenberater erhielten, waren weitgehend geschönt, vermittelten jedenfalls kein realistisches Bild von den mit der Beteiligung verbundenen Risiken. Eine deutliche Aufklärung über das Totalverlustrisiko oder den Hinweis auf das Fehlen eines geregelten Zweitmarktes, erhielten die wenigsten Anleger. Die sog. „weichen Kosten", welche zu einem nicht unerheblichen Teil an Gesellschaften aus dem Umfeld der DZ Bank flossen, wurden ihnen nicht offen gelegt und es wurde unrealistische Mieteinnahmen prognostiziert.
Zwischenzeitlich ist die finanzielle Lage der Fonds ist z.T. desaströs. Die vorgestellten Einnahmen konnten nicht annähernd erreicht werden. Mindestens elf Fonds (DG-Fonds Nrn 17, 24, 26, 27, 30, 31, 32, 34, 35, 37, 39) sind unmittelbar insolvenzgefährdet. Anleger müssen mit einem Totalverlust ihrer Einlage rechnen, beim DG-Fonds Nr. 37 droht sogar eine Nachschusspflicht.
Anleger sollten deshalb prüfen lassen, ob sie Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen geltend machen können.
Als Anspruchsgegner kommen die Gründungsgesellschafter, die nach den Grundsätzen der sog. weiteren Prospekthaftung für fehlerhafte Prospektangaben einzustehen haben, in Betracht.
Von uns favorisiert wird jedoch die Inanspruchnahme der die Beteiligung vermittelnden Volks- und Raiffeisenbanken.
Die jeweiligen Banken waren aufgrund des Auskunfts- oder Beratungsvertrages gegenüber dem Kunden verpflichtet, die Plausibilität der Fondskonzepte zu überprüfen. Zudem hatte sie den Kunden umfassend über die Risiken einer Beteiligung und auch über die seinerzeit schon feststellbare Negativberichterstattung in der Fachpresse zu unterrichten.
Das OLG Stuttgart hat in einem Urteil vom 22.01.2007 eine Volksbank zum Schadensersatz verurteilt, weil diese den Anleger am DG-Fonds Nr. 34 nicht über einen negativen Prospekt-Check des Brancheninformationsdienstes kapital-markt-intern (kmi) aufgeklärt und keine eigene Plausibilitätsprüfung des Anlagekonzepts vorgenommen hatte.
Einer Anlegerin am DG-Fonds 34 wurde vom LG Schweinfurt (Urteil vom 11.08.2005) Schadensersatz zugesprochen, weil der Kundenberater der Bank nicht deutlich gemacht hatte, dass ein geregelter Zweitmarkt fehlt und die Beteiligung nur eingeschränkt veräußerbar ist.
Nach unserer Einschätzung ist ein Schadensersatzanspruch auch zu begründen unter Hinweis auf die von den Genossenschaftsbanken für die Vermittlung eingenommenen Provisionen. Nach einer Entscheidung des BGH (Urteil vom 19.12.2006) ist dies - wegen der damit bestehenden Interessenkollision - ein aufklärungsbedürftiger Umstand. Nur: Wir kennen noch keinen Anleger, der von seinem Kundenberater darüber aufgeklärt wurde, dass die Bank aus der Vermittlung der Beteiligungen umsatzabhängig Vergütungen erhielt.