Insolvenzverfahren von Gesellschaften der Göttinger Gruppe

I. Insolvenzen am Amtsgericht Charlottenburg:

1. Über das Vermögen der Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co. KG aA, wurde das Insolvenzverfahren am 20.06.2007 eröffnet Az.: 36g IN 2620 / 07, Insolvenzverwalter: Rechtsanwalt Professor Rattunde. Insolvenzforderungen sind beim Insolvenzverwalter Rattunde schriftlich bis zum 10.09.2007 anzumelden. Die Gläubigerversammlungen werden am 16.08.2007 sowie am 08.11.2007 in Berlin stattfinden.
2.Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Customer Service Center GmbH, Az.: 36c IN 2721 / 07
3.Eine vorläufige Insolvenzverwaltung ist beschlossen worden für die Göttinger Gruppe Beteiligungs GmbH Az.: 36g IN 2621 / 07. Vorläufiger Insolvenzverwalter: Rechtsanwalt Professor Rattunde.
II. Insolvenzen am Amtsgericht Göttingen
Über das Vermögen der Securenta Göttinger Immobilien- u. Vermögensmanagement AG wurde am 14.06.2007 unter dem Geschäftszeichen 74 IN 222/07 vor dem Amtsgericht Göttingen das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter: Peter Knöpfel. Insolvenzforderungen sind bis zum 20.09.2007 anzumelden. Termine für die Gläubigerversammlungen: 26.09.2007 und 21.11.2007.
Gegen die Verfahrenseröffnung in Göttingen haben die Vorstände der Securenta AG Widerspruch eingelegt.
Der Zusammenbruch eines Schneeballsystems?
In Fachkreisen wird von einem der größten Finanzskandale der Nachkriegszeit gesprochen.
Die Göttinger Gruppe-Gesellschaften haben seit Ende der 80-iger Jahre so genannte atypische stille Beteiligungen - u.a. als „Secu-Rente" - als „sichere" Altersvorsorge angeboten. Das Unternehmen soll über 100 000 Anleger geworben und etwa eine Milliarde Euro eingesammelt haben. Den Anlegern brachte ihr Engagement häufig nur Verluste. Seit Jahren wird vermutet, dass neu geworbene Anleger die vermeintlichen Renditen der Altanleger zahlten, d.h. dass es sich um ein Schneeballsystem handelte. Schadensersatzforderungen von Anlegern, die sich falsch und unzureichend beraten sahen, konnten in den letzten Jahren zunehmend mit Erfolg vor den Gerichten durchgesetzt werden.

Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs des Kapitalanlagebetruges
Anfang Juni ist zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und des Anlagenbetruges gegen Verantwortliche des Finanzkonzerns eingeleitet hat. Seit 2004 laufen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

Was ist zu tun ?
Jedenfalls sollten Sie jetzt keine Zahlungen mehr auf Konten der Göttinger Gruppe leisten und anwaltlich überprüfen lassen, ob Ihnen ein Schadensersatzanspruch gegen die Gesellschaften, gegenüber den verantwortlichen Vorständen oder auch gegen die Vertriebsorganisationen zusteht.
Schadensersatzansprüche wegen Prospekthaftung und fehlerhafter Anlageberatung müssen jetzt bei den Gesellschaften angemeldet werden. Mit der Eröffnung der Verfahrens haben die Insolvenzverwalter das Recht, die rückständigen Raten aus den Ratensparverträgen einzufordern ( § 236 Abs.2 HGB) und Nachschüsse zu verlangen. Gegen ihre Inanspruchnahme können sich die Gesellschafter nur wehren mit Gegenansprüchen. Wir helfen Ihnen bei der Begründung Ihrer Ansprüche und Abwehr drohender Forderungen.
Wir haben den Finanzkonzern der Göttinger Gruppe seit geraumer Zeit im Visier und sehen durchaus Chancen der Anleger, mit einem blauen Auge davon zu kommen.